Literarische Frühstücksfreuden im Osten am 11. April

 

Man nehme ein ur-gemütliches Veranstaltungs-Bücherantiquariats-Wohn-Café mit idyllischem Garten, eine fleißige Truppe junger FilmliebhaberInnen mit kulinarischem Talent, einen sonnigen Aprilsamstag und viele mehr oder weniger ausgeschlafene LeipzigerInnen, die ihr Wochenende zu genießen wissen: Und schon hat man ein wunderbares Solifrühstück für die Iranischen Filmtage bereitet.

Na gut, so einfach ist es auch wieder nicht. Ein bisschen Arbeit steckt schon dahinter…

Nach kurzer Absprache machte sich die „Arbeitsgruppe Einkauf“ auf den Weg und besorgte die Zutaten für das (nach unserer erfolgreichen VoKü abermals persisch anmutende) Frühstück. Währenddessen wuchs die Zahl der interessierten Iranische-Filmtage-Fans in den sozialen Medien. Das freute uns sehr, stellte uns aber vor die Frage, wie viele von den zugesagten Gästen tatsächlich physisch anwesend sein würden. Wir versuchten es also mit einem guten Mittelwert, Optimismus und Bereitschaft zur Improvisation.

An besagtem wundervoll sonnigen Samstag schälten wir uns, jeder auf seine eigene Weise, gegen 6.30 Uhr aus unseren Schlafstätten und fanden uns ziemlich pünktlich im „Nu R“ ein. Diejenigen unter uns, die dieses geheimnisvolle Büchercafé noch nicht kannten, mussten natürlich eine kleine Begehung machen, aber dann ging es direkt los mit dem Schnippeln, Rühren, Backen und – natürlich Dekorieren.

Solange der Kaffee noch nicht fertig war, musste das Team mit Musik wachgehalten werden. Die verschiedenen Komponenten der ausgeklügelten Stereoanlage mussten dafür aber erstmal entdeckt und ertastet werden. Das Musikangebot war so vielfältig und klassisch wie die riesige Bibliothek, die das Nu R zu bieten hat. Wir starteten zunächst noch etwas naiv mit dem früheren Gary Moore. Nach ein paar Tracks mussten wir dann aber feststellen, dass das doch noch zu früh am Morgen für solche Experimente war. So bekam Herr Brahms eine Chance, was nicht nur dem Gemüt, sondern auch der Kreativität zuträglich war. Die Solifrühstück-Hinweis- und Essens-Schilder nahmen hübsche Formen an. Auch in der Küche ging es kreativ und philosophisch zu.

Als die ersten Gäste eintrafen, mussten wir uns mit dem Eindecken des Buffets dann schon etwas beeilen und eine zweite große Kaffeekanne in Betrieb nehmen, denn so lecker der schwarze Tee mit Zimt auch ist, man braucht eben oft doch erstmal einen Kaffee zum Erwachen und Lachen. Und warum nicht auch diesen mit Zimt verfeinern?! Unser Akim machte jedenfalls eine sehr gute Figur hinterm Tresen und erklärte unseren Frühstücksgästen das Spendenprinzip, während Annegret begann, sich mit dem manuellen Kaffeefiltern anzufreunden, und die Küchen-Crew nach und nach die Köstlichkeiten vor den sich langsam schlängelnden Frühstücksgästen aufbauten. Da bot sich:

Veganer Couscoussalat
Harissa
Veganes Baba Ghanoush
weißer Käse
frisches Fladenbrot
Oliven
Honig
frische Kräuter
etwas Erdbeeren
schwarzer Tee mit Zimt
Kaffee (mit Zimt nach Belieben)
Lipz-Schorle – Danke für die Spende!

Schon bald wurde klar, dass unser Improvisationstalent unter Beweis gestellt werden musste. Solifrühstücksbeauftragte Boshra schnappte sich die motorisierte Janna und Herrn B. und holte Nachschub, denn der mediterran anmutende Garten des Nu R füllte sich mit weiteren hungrigen Gästen.

Bis zum frühen Nachmittag wurde zubereitet, aufgetafelt, gegessen, getrunken und dann natürlich gespült, während die gemütlichen Sitzecken auch zur weiteren Iranische-Filmtage-Planung einluden. Brahms begleitete uns fast den ganzen Vor- und Mittag. Abgelöst wurde er zum Aufräumen dann aber vom großartigen Paco de Lucia. CD-Sammlung sei Dank!

Am Ende waren wir alle sehr froh über das erfolgreiche Schlemmen und Spenden, die gute Teamarbeit, in der jede/r selbst seine Aufgabe fand, und dass die Toilettentürklinke, dank engagierten Heimwerkern unter den Gästen, doch nicht am Boden landete, auch wenn es so klang..? – Naja, egal!

Wir danken mal wieder wie verrückt, den wirklich sehr coolen Leipziger Kulturfreunden, den Nu R-lern für die tollen Räumlichkeiten und natürlich auch uns selbst für ein weiteres gelungenes Soli-Essen!

Herzallerliebst,

Euer Iranische-Filmtage-Leipzig-2015-Team